(WEIHNACHTS-)FILME & SOCIAL MEDIA

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„abonniert….! um Werbung anzusehen… was läuft hier schief?! :D“

Dieser YouTube-Kommentar findet sich unter einem Video, das zu Weihnachten veröffentlicht wurde. Weihnachten, das Fest der Familie am Jahresende – aber auch das Fest des Einzelhandels. Jedes Jahr melden vor allem die großen Onlinehändler größere Gewinne und die Zusteller kommen mit den Paketen kaum mehr nach. Einen Grund mehr, sich am Jahresende als Unternehmen noch einmal positiv darzustellen, das Image aufzupolieren. Viele gehen hierbei mittlerweile den Weg, einen Film in den sozialen Netzwerken zu veröffentlichen. Oft mit großartigem Erfolg. Wie funktionieren Filme, die fleißig geklickt und geteilt werden? Was kann schief gehen? Dazu ein paar gute Beispiele der vergangenen Weihnachtsfilme – aber zuerst einmal: Frohe Weihnachten!

Beginnen möchte ich mit dem wohl bekanntesten Weihnachtsfilm der vergangen Jahre. „#heimkommen“ von EDEKA. Gerade der Hamburger Einzelhandel ist bekannt für aufwändig produzierte Weihnachtsfilme.

Was macht diesen Film besonders?

Gerade die Filme zu Weihnachten haben eines gemeinsam: Sie erzählen eine Geschichte. Darauf bin ich bereits in einem anderen Beitrag genauer eingegangen. Ein anderer Punkt ist aber ebenfalls wichtig: Solche Filme zur Weihnachtszeit sind meist keine klassische Werbung, sondern haben das Ziel, das Unternehmen positiv darzustellen, die Konsumenten direkt anzusprechen und auf die Einkaufsmöglichkeit in der Nähe aufmerksam zu machen. Das klappt im Video super. Auch weil solche Videos im Regelfall nicht im klassischen TV (wichtiger Grund ist auch die Länge) zu sehen sind, sondern nur online abrufbar sind. Das hat EDEKA sogar im diesjährigen Video auf Nachfrage in den Kommentaren bestätigt. Die Filme haben also alleine schon aufgrund ihres Verbreitungskanals eine andere Zielgruppe.

Die Besonderheit in den sozialen Netzwerken

Mittlerweile haben auch andere große Unternehmen, allen voran aus dem Einzelhandel, solche Filme auf ihren YouTube Kanälen. Die Erfolge – gemessen an den Aufrufzahlen – sind meist sehr gut („#heimkommen“ hat derzeit etwa 60 Mio Aufrufe), aber es wird nicht immer nur gelobt, sondern auch kritisch kommentiert. Gerade auf sozialen Plattformen können auch scheinbar kleine „Fehler“ groß aufgebaut werden, wie das Beispiel des diesjährigen Lidl-Films zeigt:

Darunter finden sich unter anderem die zwei folgenden Kommentare:

Könnte eigentlich ziemlich gut sein. Aber warum muss die Message durch die dauereingeblendete Weihnachtsschleife mit Link und diesem blöden Spruch am Ende kaputt gemacht werden? Damit auch ja niemand vergisst wer das Produziert hat und wo man am lohnendsten sein Geld zum Fenster hinaus wirft? Tut es nicht auch einfach das Firmenlogo am Ende und gut is? Wenn ich schon manipuliert werden soll, dann bitte etwas subtiler. 

Oder ein anderer Nutzer schreibt: Dieser Spruch Lidl lohnt sich hat alles kaputt gemacht.

Aber auch das Thema bzw. die Art und Weise der Umsetzung kommt nicht so gut an. Gerade die Thematik wird diskutiert und verschiedene Ansichten prallen aufeinander. Werbung kann also auch auf eine andere Art funktionieren. Denn eines sollte man nicht vergessen: Es wird darüber gesprochen. Dennoch teile ich die Meinung, dass hier Lidl besser auf die Werbeeinblendungen verzichten hätte sollen, da es schlicht nicht zum Inhalt und der Aussage des Films passt. Dieser hat aber eine sehr hohe Qualität, ist handwerklich top, aber ich vermute, hier hat Lidl etwas zu sehr an sich gedacht und nicht an die Zielgruppe. Schade.

Man sollte sich bei solchen Filmen immer überlegen, wie ich die Zuschauer anspreche und wo die Abgrenzung zwischen Image und Werbung erfolgen muss. Beides funktioniert im Regelfall nicht.

Weiterlesen auf der nächsten Seite: Den Zuschauer nicht unterschätzen

Kategorie des Beitrags: KREATIVITÄT & DESGIN, WISSENSWERTES

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